Sonntag, 19. März 2017

"Wofür kämpfe ich?" - Blogtour Splitterleben

Hallo ihr Lieben!
Ich wünsche euch einen schönen Sonntag♥

Heute bin ich an der Reihe und darf meine persönliche Geschichte, zum Thema "Wofür kämpst du?" zur Blogtour zu "Splitterleben" von Jenna Strack, vorstellen.
Wie auch die anderen Blogpost, von den anderen Mitgliedern von Jennas Blogger Squad, wird auch mein Post etwas privater und ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas mal mit anderen auf meinem Blog teilen werde.

Vorerst möchte ich euch noch schnell den Inhalt des Buches vorstellen, bevor ich mit erzählen beginne:
 Mia ist ein ehrgeiziges, zielstrebiges Mädchen. Sie liebt den Sport, allerdings besonders das Laufen, das sie mit 14 Jahren für sich entdeckt hat. Sie ist schnell, motiviert und eine echte Kämpferin – doch wofür lohnt es sich eigentlich zu kämpfen? Für den Erfolg? Dafür, jemandem zu gefallen? Oder sich selbst etwas zu beweisen? Und darf man eigentlich jemals aufhören zu kämpfen, ohne gleichzeitig schwach zu sein?

Wofür kämpfe ich?
Das ist eine wirklich gute Frage, die sich glaube nicht in ein paar Sätzen erklären lässt. Ich habe lange überlegt, bis mir zwei Punkte eingefallen sind, die mich bis heute begleiten beziehungsweise, sich vor circa einem halben Jahr erst entwickelt haben. 
Aus diesem Grund möchte ich meinen Post auch in zwei Bereiche teilen, bis sie am Ende aufeinander treffen.

Ich kämpfe für mehr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein.
Leute, die mich kenne, wissen, dass ich ein sehr sehr schüchterener Mensch bin. Meistens versuche ich es mir nicht anmerken zu lassen und über meinen eigenen Schatten zu springen, doch im Inneren ist es ein richtiger Kampf, den ich selbst nicht wirklich beschreiben kann. Ich hasse es im Mittelpunkt zu stehen, wenn alle Leute mich anschauen. Besonders schlimm: Präsentationen in der Schule oder ähnliches. Wenn die ganze Aufmerksamkeit nur mir gilt, fühle ich mich plötzlich unbeholfen und angreifbar und würde mich am liebsten in irgendeine Ecke verkriechen.
Der Grund dafür: Ich habe einfach kein Selbstvertrauen, welches sich durch meine Kindheit und frühe Jugend nicht wirklich entwickeln konnte.
Vorab möchte ich noch sagen, dass ich nie der Typ war, der ausgegrenzt oder gemobbt wurde. Ich hatte beziehungsweise habe viele und gute Freunde, auf die ich zählen kann und nie missen möchte. Und trotzdem: Ich war immer nur der Mitläufer und stand meistens nur im Schatten meiner Freunde.    
Die meisten meiner Freunde waren in der Grundschule, sowie aber auch in der Oberschule sehr beliebt und da ich zu ihnen gehörte, wurde auch ich gleichermaßen von der Menge akzeptiert. Doch was ich bisher noch niemanden wirklich anvertraut habe ist, dass sobald meine Freunde nicht da waren, wegen Krankheit oder einer anderen Sache, ich plötzlich von manchen anders behandelt wurde und sie mir das Gefühl gaben Luft zu sein. Plötzlich war ich wirklich nur ein Schatten, eine kleine graue Maus und die Freundin von... zu der alle nur nett sein mussten, solange meine Freunde in der Nähe waren. Anfangs nahm ich das noch gar nicht so wahr, doch je älter ich wurde, desto klarer wurde mir, dass ich nur durch meine Freunde akzeptiert wurde und ich selbst mich hinter ihnen versteckte. Sie meine Schutzmauer waren. Sobald ich alleine war, war ich geliefert.
Das klingt vielleicht noch harmlos, doch die Erkenntniss hatte mich vor über einem Jahr hart getroffen und nahm mir den letzten Mut und das Selbstvertrauen das ich hatte. Irgendwann kommen dann plötzlich Selbstzweifel auf, was mit einem nur falsch ist, dass man nur wegen Freunden von anderen akzeptiert wird. 
Wer jetzt vielleicht denkt, dass alles nur Einbildung ist kann ich sagen: Ich werde von ein paar Leuten aus meiner Klasse tatsächlich nicht mal mehr beachtet, die damals bis zum Schluss auf "gute Freunde" getan haben. Das zeigt einem wie falsch manche sein können.
Seitdem ich in meiner Klasse auf der Berufsschule bin kann ich aber sagen, dass ich auf diese Leute keinen Wert mehr lege. In meiner neuen Klasse kannte ich vorher keinen und keiner kannte mich. Ich war also nicht mehr die Freundin von... sondern einfach nur Miri. Durch meine neue Klasse konnte ich neues Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen gewinnen. Natürlich ist das immer noch nicht viel, aber die Leute akzeptieren mich, erkennen mich an und stärken meinen Rücken und zum ersten Mal habe ich kein Problem mich auch richtig zu meinem Hobby bloggen zu bekennen, was alle ziemlich cool finden und mir viel positives Feedback geben, was mir zeigt, dass ich vielleicht wirklich alles richtig gemacht habe und stolz auf mich sein kann, was ich bisher erreicht habe.
Ich bin zwar noch nicht am Ziel, aber ich kämpfe darum noch mehr aus mir rauszuholen und mit mir selbst ins Reine zu kommen. 

Da ich nun einmal schon bei der Berufsschule bin, knüpfe ich da auch gleich an.
Ich habe eine tolle Klasse, dass stimmt, aber leider wars das auch schon. Seit einem halben Jahr schon absolviere ich meine Ausbildung zur Sozialassistentin, welche 2 Jahre andauert, um danach meine Ausbildung zur Erzieherin beginnen zu können.
Allerdings habe ich mir das alles ganz anders vorgestellt. 
Seitdem kämpfe ich darum, wieder glücklich zu sein. Das klingt hart. Ist aber traurigerweise so. Das ich traurig bin, bekommen die meisten nicht wirklich mit. Ich schon, denn im Gegensatz zu früher lache ich weniger. In der Schule mache ich auf gute Laune & Sonnenschein (in den meisten Fällen) und auch auf Instagram gebe ich vor, dass alles super wäre. Leider ist das alles ein wenig geflunkert, was nur ein paar Freundinnen und meine Familie wissen, denn seit meiner Ausbildung ging alles bergab, was verschiedene Gründe hatte. 
Zum einen bin ich nicht zufrieden mit der Ausbildung, den meisten Lehrern, ihren Einstellungen zu Verantwortungen gegenüber uns Schülern, sowie unserer wundervollen Planung, bei der ich fast täglich im Kreis springen könnte vor Wut. Ich bin ein sehr perfektionistischer Mensch und extrem zielstrebig, weshalb ich mir natürlich auch Druck für gute Noten mache. Allerdings lastet ebenfalls noch der Druck der Lehrer auf mir und generell ist alles kein Zuckerschlecken, da meistens Dinge verlangt werden, die für das erste Ausbildungsjahr schon sehr schwer sind. 
Teilweise komme ich dann erstmal nach Hause, lege mich auf mein Bett und weine vor Wut und Verzweiflung oder weil die ganze Anspannung vom Tag abfällt. Im letzten Jahr kam es mir sogar selbst so vor, als wäre ich tatsächlich leicht depressiv, weil ich täglich Heulkrämpfe hatte und mich nicht mehr beruhigen konnte und am liebsten alles hingeschmissen hätte. (Kennt jemand dieses Gefühl?) 
Desweiteren kamen seit September letzten Jahres körperliche Beschwerden dazu. Ich litt unter täglichen Bauchkrämpfen und war eigentlich so gut wie jede Woche beim Arzt oder in der Notaufnahme, die mir allerdings nicht helfen konnten. 
Somit musste ich mir erst dumme Kommentare von den Ärzten wie "Bist du schwanger?" oder "Das ist wegen deiner Psyche." anhören, bis ich zu meiner Frauenärztin gegangen bin, die dann festgestellt hab, dass ich eine Zyste an der Gebärmutter hatte, welche anfangs durch Tabletten "abfallen" sollte. Dies musste ich von Oktober 2016 bis Februar 2017 durchziehen, bis die Ärzte beschlossen, da die Zyste nicht wegging, dass ich operiert werden sollte. Die Zeit vor und kurz nach der OP waren wirklich hart. Mittlerweile ist das ganze nun 5 Wochen her und ich fühle mich glücklicherweise viel besser.
Ich habe keine Schmerzen mehr, lache öfter, als noch vor 5 Monaten und so langsam macht mir vieles wieder Spaß.
Natürlich gibt es immer noch Probleme mit meiner Schule, aber seit der Zeit im Krankhaus ist mir etwas klar geworden: Die Gesundheit, Familie und Freunde sind das Wichtigste im Leben. Gute Noten sind zwar auch für die Schule wichtig,aber die kann man immer wieder ausbessern und am Ende deiner Ausbildung fragt eher keiner mehr danach. Das Wichtigste ist, dass man gut in seinem Job ist. Deshalb will ich alles entspannter angehen, um wieder genauso gelöst sein zu können wie noch vor einem Jahr und glücklicher zu werden. Ich denke ich bin langsam auf einem guten Weg.

Und für alle, die noch kein Abi oder keine Ausbildung machen, will ich übrigens noch etwas auf den Weg geben: genießt die Schulzeit. Ich wollte es auch nicht glauben, aber diese 10 Jahre Schule, waren wahrscheinlich die besten Jahre, die man haben kann. Dann beginnt der Ernst. Berufsschule oder Abi ist kein Zuckerschlecken!

Das Leben ist schön, von einfach war nie die Rede!
Aus diesem Grund: bleibt euch selbst immer treu und macht das, was euch Spaß macht.
Richtet euer Leben nicht nach anderen, sondern schreibt eure Geschichte. Man hat nur das eine Leben und deshalb muss man versuchen jeden Tag besonders zu machen.
Ich selbst hoffe, dass mir das in nahegelegener Zeit ebenfalls gelingen wird.
Aber es lohnt sich zu kämpfen!     

Eure Miri♥  

Kommentare:

  1. Liebe Miri ♡
    Erstmal finde ich den Text wirklich schön, den du geschrieben hast und kann dir nur zustimmen, dass das Wichtigste im Leben Familie, (echte) Freunde und Gesundheit sind. <3
    Ich hatte bis vor ca. einem Jahr auch diese.. "Down"-Phase nenne ich es mal und kann mich daher total in dich hineinversetzen, weil ich auch so unfassbar schüchtern bin.
    Aber man sollte nie die Hoffnung verlieren! ♥️
    deine Marah :) (rosybooks)

    AntwortenLöschen
  2. Dankeschön für deinen echt tollen Beitrag und einen schönen Sonntag wünsche ich noch.

    Liebe Grüße,
    Daniela

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Miri,
    dein Text zu diesem Thema ist einfach wunderschön. Du hast es genau auf den Punkt getroffen. Das, dass du in deinem Text schreibst, da finde ich mich zu 100% wieder. Du nimmst mir die Zweifel die ich auch schon längere Zeit habe. ich bin froh, dass jemand über solche ernsten Themen spricht.
    Liebe Grüße !

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Miri,
    Dein Post ist sehr gut geschrieben, und ich kann deine Gefühle gut verstehen. Ich glaube jeder kennt selbstzweifel, nur ist es bei den einen ausgeprägter als bei den anderen. Ich war auch immer sehr schüchtern und ich brauche eine gewisse Zeit um mit Leuten warm zu werden, allerdings wird es mit der Zeit immer leichter, ich hab mich z.B. Seit der Ausbildung stark verändert und bin offener geworden. In diesem Sinne, halt die Ohren steif du rockt das schon alles ����

    AntwortenLöschen
  5. Guten Morgen!

    Ein schöner Beitrag, wie alle zu dieser Tour, die sind wirklich was besonderes ♥

    Kennst du schon unsere Gruppe für Blogtouren auf Facebook? Vielleicht magst du ja mal vorbeischauen? :)
    Wir halten da alles aktuell und verlinken die Beiträge, damit man immer alles im Blick hat und nichts verpasst - bei den vielen Touren verliert man ja leicht den Überblick ;)
    https://www.facebook.com/groups/981737925190683/

    Liebste Grüße, Aleshanee

    AntwortenLöschen
  6. Oh Gott Miri, als ich das gelesen habe musste ich echt weinen.
    Das ganze habe ich letztes Jahr auch durch. Ich weiß genau wie du dich fühlst. Keiner versteht einen. Ich freue mich das es dir jetzt besser geht :)
    Hab dich lieb
    Eli <3

    AntwortenLöschen
  7. Hallo Miriam!
    Der Post hat mich echt berührt und konnte mich selbstvdarin finden. Ich kenne diese Probleme aus Selbsterfahrung und hatte bzw. habe immee noch eine schwere Zeit. Das schlimmste habe ich überstanden, aber es schleicht sich immer noch in meinen Kopf ein. Es ist sehr persönlich.
    Es freut mich jedoch zu hören, dass es dir besser geht!
    LG Josephine

    AntwortenLöschen