Freitag, 22. Juli 2016

Rezension zu "Mein bester letzter Sommer"

Autorin: Anne Freytag
Verlag: Heyne fliegt
Seiten: 368
Empfohlenes Alter: ab 14
ISBN: 978-3-453-27012-1
Preis: 14,99€







Wann du die große Liebe triffst, kannst du dir nicht aussuchen

Tessa hat immer gewartet – auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, dass sie noch Zeit hat. Doch dann erfährt das 17-jährige Mädchen, dass es bald sterben muss. Tessa ist fassungslos, wütend, verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der hinter ihre Fassade zu blicken vermag, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr immer zur Seite steht. Er überrascht sie mit einem großartigen Plan. Und schafft es so, Tessa einen perfekten Sommer zu schenken. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind …
Schon im Prolog lernt man die Protagonistin Tessa kennen. Ein schüchternes und in sich gezogenes Mädchen. Sie ist 17 Jahre, noch Jungfrau und war noch nie richtig verliebt. Sie wartet auf den Richtigen, doch bis dieser kommt, kann es bereits zu spät sein. Auch in ihrer Familie gibt es Probleme. Ihr Vater ist kaum da, ihre Schwester hasst sie und ihre Mutter will ihr die ganze Zeit helfen. Tessa verschanzt sich in ihrem Zimmer. Lässt keinen mehr an sich heran, selbst ihre Freunde will sie nicht mehr sehen. Sie will sich einfach nur auf ihren Tod vorbereiten, doch das ist schmerzhafter als gedacht und eine quälende Tortur.
Doch dann trifft sie auf Oskar. Schon als sie ihn das erste Mal begegnet knistert es zwischen den beiden. Wie durch Schicksal treffen sie sich wieder und...verlieben sich ineinander. Allerdings sträubt sich Tes dagegen, denn sie ist eine Zeitbombe. Die Ärzte haben ihr nur noch ein paar Wochen gegeben. Anstatt aufzugeben, macht Oskar einen Plan. Er will, dass sie die besten Wochen ihres Lebens hat. Sie machen einen Roadtrip. Nach Italien. Beide kreisen sich Punkte ein, an denen sie gern mal sein würden und dann geht es los. Mit wenig Sachen, einem Auto, einem Zelt und wenig Geld machen sie sich auf und erleben die beste Zeit ihres Lebens. Gemeinsam.
Noch immer sitze ich da und weiß eigentlich gar nicht so richtig was ich sagen soll. Zuallererst bin ich froh, dass ich dieses wunderschöne Buch gelesen habe und das durch eine Leserunde auf Instagram, die ich mit 7 lieben Mädels gemacht habe. Ohne sie, wäre ich glaube ich zerbrochen. Es tat so gut sich darüber austauschen zu können, denn wenn man sich in einem Buch mit dem Tod auseinandersetzt, ist das doch schon ziehmlich schwierig.
Doch bevor ich jetzt gleich wieder emotional werde und anfange zu weinen, fange ich mit dem Cover an. In das habe ich mich ehrlich gesagt ein wenig verliebt. Darauf ist eine typische Szene aus dem Buch abgebildet. Tessa und Oskar auf dem Autodach. Romantische Szenen, die mir Tränen in die Augen trieben, weil sie so schön waren. Mit großer Wahrscheinlichkeit soll der blaue Kreis die Welt, beziehungsweise das Wasser darstellen und das alles auf einem beigen Hintergrund. Ich bin einfach nur verliebt, weil es so unglaublich niedlich aussieht!
Als nächtest kommen wir zum Schreibstil. Anne Freytag schreibt mit so vielen Emotionen und Herzblut, was mich sehr berührt. Ich konnte kaum aufhören zu lesen und hatte das Gefühl, dass ich neben Tes und Oskar stehe und ihnen bei ihrem Abenteuer zuschaue.
Noch nie bin ich in ein Buch so schnell reingekommen wie hier. Es hatte mich von der ersten Zeile an gepackt und mich bis jetzt nicht losgelassen. 
Ich habe mein neues Lieblingsbuch gefunden!
Die Geschichte von den beiden ist unglaublich niedlich und trotzdass nicht allzuviel Spannung (im Sinne von Action.etc.) vorhanden war, habe ich an diesem Buch geklebt. Oskar ist einfach unglaublich! Ich hoffe irgendwann finde ich auch meinen Oskar. Das hoffe ich für alle Mädchen auf dieser Welt und vielleicht haben ihn ja auch schon ganz viele gefunden. Der Roadtrip war wundervoll beschrieben. Nach und nach habe ich immer mal nach den Plätzen gegoogelt und auch die Teskar-Playlist...unbeschreiblich. (High Hopes von Kodaline und ich weine wieder los) Ich wollte immer wissen wie es weitergeht. Auf der anderen Seite wollte ich allerdings auch nicht, dass es endet, weil man es einfach schon erahnen konnte was passiert. Und das hat mich so fertig gemacht...
Zu wissen, dass man in wenigen Wochen stirbt, man seine Familie und Freunde allein lässt, ist schrecklich. Es war eine wahre Zerreißprobe für mich.
Auch die Streiterein zwischen Tes und ihren Eltern, sowie ihrer Schwester Larissa gingen mir sehr nah. Ich bin selber große Schwester und kenne solche Streiterein. Ich weiß genau, welchen "Hass" man machmal aufeinander empfindet, doch trotzdem habe ich sie lieb. Ohne meine Schwester wäre es viel zu langweilig und zu leise im Haus und dann habe ich mich immer in Tes versetzt und mich gefragt. "Was wäre wenn ich sterben würde? Wem hätte meine kleine Schwester in gewissen Dingen als Anhaltspunkt?"
Und schon kommen mir wieder die Tränen...
Ich weiß, dass mich "Mein bester letzter Sommer" in Gedanken noch etwas länger begleiten wird. Vor allem, weil mir durch diese Geschichte so viel klar geworden ist.
1. Ich werde mein Leben jetzt noch mehr genießen und nicht so viel in meinem Zimmer hocken.
2. Ich werde meiner kleinen Schwester immer zeigen, wie sehr ich sie lieb habe (und das gleiche gilt für meine Eltern und den Rest meiner Familie)
3. Mein nächstes Ziel ist Italien!

Und nun an alle, die das Buch noch nicht gelesen haben: Bitte, lest es! 
Ihr werdet es nicht bereuen!
„Die Wahrheit ist, dass ich nicht weiß, was ich verpassen werde. Ich habe zu wenig gelebt. Und vorallem viel zu kurz.“ S. 11


„Ich weiß, dass ich ihn nie vergessen werde. Weder die Art, wie er mich angesehen hat, noch wie ich mich gefühlt habe – wie es war, wirklich gesehen zu werden. Ich denke, jeder braucht etwas, an das er sich klammern kann und bei mir waren es diese paar Sekunden.“ S. 24


„Nur das mit dem Sterben, das ist so eine Sache. Denn, wenn wir begreifen, was wir hinter uns lassen, wenn wir erst sehen, was uns immer von dem abgelenkt hat, was wir wirklich wollten oder wir kapieren, dass wir nie die wurden, die wir werden wollten, bleibt das Bedauern. Das, was mir am meisten leidtut, ist, dass ich erst sterben musste, um zu verstehen, wie wunderbar das Leben sein kann. Ich hatte alles. Insbesondere Zeit. Aber ich habe sie nicht ausgekostet.“ S. 182

Ich gebe diesem Buch gefühlt tausend Sterne (wenn es gehen würde), doch da ich nun mal von 1 bis 5 bewerte, vergebe 5/5 Sterne!

 

Liebe Anne Freytag,
falls sie meine Rezension lesen sollten, muss ich ihnen einfach "Danke" sagen.
Danke, für mein neues Lieblingsbuch und dafür, dass ich durch ihr Buch gemerkt habe, dass man im Leben jede Chance ergreifen sollte.
Ich werde daran denken!
Alles Liebe,
Miriam

Kommentare:

  1. Liebe Miri, deine Rezension geht ans Herz und ist wirklich schön geschrieben! Mir hat das Buch ebenfalls sehr gut gefallen!

    Alles Liebe,
    Emily.

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  2. Hey Miri!
    Deine Rezension geht einem auch schon nahe. Ich bin gerade beim Anfang von diesem Buch und ich hole schon mal meine Taschentücher für später.
    LG,JoJo

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